Fachklinik Aukrug, die Reha-Klinik im Herzen Schleswig-Holsteins
Das Logo der Klinik
Die Klinik
Luftaufnahme des Klinikgeländes
Luftaufnahme der Klinik
Zur Vergrößerung und für mehr Information bitte auf das Bild klicken.

Historie

Die Historie der Fachklinik Aukrug
(entnommen aus: "Die Geschichte der Fachklinik Aukrug - zugleich ein Beitrag zum Sieg über die Tuberkulose -" von Dr. Werner Stecher)

 

Einleitung

In der nunmehr über hundertjährigen Geschichte der Deutschen Invalidenversicherung spiegelt sich u.a. auch der entscheidende Erfolg wider, der in dieser Zeitspanne in der Bekämpfung der Tuberkulose erreicht wurde. Ein wesentlicher Grund für diesen Erfolg war das im Invalidengesetz von 1889 verankerte Prinzip, "Rehabilitation geht vor Rente". Dieses gestattete der Rentenversicherung, Heilmaßnahmen zu gewähren, um Rentenzahlungen zu vermeiden, und ermöglichte, die Gesundheitsfürsorge für die versicherte Bevölkerung in ihren Aufgabenkreis einzubeziehen.

Der damals volksseuchenhafte Charakter der Tuberkulose bot hierfür ein weites Feld, bei dessen Bestellung durch die Rentenversicherungsträger in konsequenter Nutzung zunehmender Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung ein entscheidender Beitrag zur Überwindung der Tuberkulose als seuchenhygienisches Problem geleistet wurde.

Wie alles begann

Wie andernorts auch hatte die Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein (LVA Schleswig-Holstein) schon bald nach ihrer Institutionalisierung damit begonnen, ihren an Tuberkulose erkrankten Versicherten Heilfürsorge zu gewähren. Diese basierte in medizinischer Hinsicht auf Vorstellungen von der Heilbarkeit der Tuberkulose durch eine mit sogenannten hygienisch-diätetischen Maßnahmen verknüpfte Anstaltsbehandlung.

Über viele Jahre hinweg verfügte die LVA Schleswig-Holstein über keine eigenen Kur- oder Erholungsstätten und war gezwungen, ihre Versicherten in anderen, im Rahmen der Volksheilstättenbewegung bereits im Lande entstandenen Häusern unterzubringen.

Als nach dem Ersten Weltkrieg im Gefolge der damals angespannten allgemeinen Lebensverhältnisse die Tuberkuloseerkrankungen zunahmen, versuchte die LVA Schleswig-Holstein, diesen Trend durch die Einrichtung eigener Erholungsstätten aufzufangen. Im Zuge dieser Absichten wurde im Jahre 1919 das Grundstück Wilhelminenhöhe in St. Peter und das Kurhaus Kaiserberg angekauft. Das Kurhaus Kaiserberg konnte noch im selben Jahr in Betrieb genommen werden. Hinzu kam das Erholungsheim Tannenfelde, dessen Ankauf und Ausbau im Jahre 1925 beschlossen wurde. Nach dessen Eröffnung am 02.06.1926 verfügte die LVA Schleswig-Holstein über insgesamt 168 Betten für Tuberkulosekranke. Bei der großen Zahl von Heilverfahren, die von der LVA Schleswig-Holstein zu diesem Zeitpunkt durchzuführen waren, reichte dieses Kontingent in keiner Weise aus, so dass weiterhin zur Unterbringung der betreffenden Patienten auf Fremdbelegung zurückgegriffen werden musste.

Planung und Bau einer zusätzlichen Heilstätte

Angesichts der oben beschrieben Engpässe bei der Unterbringung ihrer Versicherten reiften bei der LVA Schleswig-Holstein Pläne für die Erstellung einer zusätzlichen, in eigener Regie geführten Anstalt.

Nach eingehenden Diskussionen, vor allem auf politischer Ebene, fasste der Vorstand der LVA Schleswig-Holstein am 20.08.1927 den Beschluss, eine eigene Tuberkulose-Heilstätte zu errichten.

Als Standort für die zu errichtende Anstalt wurde ein über hundert Hektar großes Gelände in der ansprechenden Landschaft der mittelholsteinischen Geest im Gebiet der Heideflächen des Tönsbergs ausersehen und angekauft. Mit den Bauarbeiten wurde 1928 begonnen. Der Rohbau war Ende des Jahres 1929 fertiggestellt, so dass im Frühjahr 1930 mit dem Einbau der technischen und sanitären Einrichtungen begonnen werden konnte. Nach Fertigstellung der Inneneinrichtung war es dann am 15.06.1931 soweit: Das neue Haus, das den Namen "Sanatorium Tönsheide" erhalten hatte, wurde eröffnet und in Betrieb genommen.

Die weitere Entwicklung

Bereits 1932 wurde das Sanatorium Tönsheide offiziell als Krankenhaus deklariert. Grund hierfür war u.a. ein Umstieg auf aktive Tuberkulosebehandlungsmaßnahmen, die eine deutliche Steigerung der Operationsfrequenz zur Folge hatten. Es wurde notwendig, auf dem Krankenhausgelände einen Neubau eines Nachfürsorgeheims in Angriff zu nehmen.

Mit dem Bau der betreffenden Einrichtung namens "Heidhof" wurde 1934 begonnen. Mit einer Bettenkapazität für 40 Patienten wurde der Heidhof 1935 in Betrieb genommen.

Während des Zweiten Weltkrieges diente das Krankenhaus Tönsheide hauptsächlich als Reservelazarett.

 

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Bedingt durch die gestiegenen Möglichkeiten der antituberkolotischen Therapie, nahm die Kurwilligkeit der Patienten zugunsten einer ambulanten Durchführung der Therapie ab. Die LVA Schleswig-Holstein reagierte auf diese veränderten Verhältnisse, indem sie Maßnahmen für einen Modernisierungsbau zur Auflockerung der Unterbringungsmöglichkeiten für die Patienten und zur Anpassung der Funktionsräume des Krankenhauses an dessen gestiegene und differenzierter gewordenen Aufgaben ergriff. Die erarbeiteten Pläne sahen neben der Errichtung eines Wirtschaftsgebäudes den Neubau eines fünfstöckigen Bettentraktes und eines Behandlungsbaues mit einer großzügigen Raumaufteilung für die operativen Einrichtungen, aber auch umfangreiche Renovierungsarbeiten hinsichtlich des Altbaus vor. Resultat der Bemühungen war ein nach nahezu sechsjähriger Bauzeit 1965 in Betrieb genommener Krankenhausneubau.

Folgen des Sieges über die Tuberkulose

Die antituberkulotische Therapie, die erstmals in der Geschichte der Tuberkulose eine kausale Behandlung der Tuberkulose erlaubte, und die gebesserten Lebensverhältnisse führten dazu, dass sich seit Anfang der 50er Jahre die Tuberkuloseinzidenz rückläufig verhielt. Diese Entwicklung ermöglichte der LVA Schleswig-Holstein, nach und nach das von ihr vorgehaltene Bettensoll für Tuberkulosekranke zu reduzieren. Bereits 1960 wurde die Nebenstation Tannenfelde aufgelöst. Der geminderte Bettenbedarf führte ebenso dazu, dass der Heidhof im Jahre 1967 endgültig geschlossen wurde.

Die Umwandlung in eine Kurklinik

Mit der Zeit wurde es immer absehbarer, dass das Krankenhaus Tönsheide über kurz oder lang auch seine schon reduzierte Bettenkapazität nicht mehr voll würde ausnutzen können, wenn sein Indikationsbereich nicht eine über die Tuberkulose hinausgehende Erweiterung erfahren und stationäre Heilbehandlungen auch für andere Erkrankungsbereiche einbeziehen würde.

Hierfür boten sich aufgrund des sonstigen Aufgabenbereiches des Krankenhauses wie für dessen weitere Umwandlung in eine pneumologische Klinik die unspezifischen Erkrankungen der Atmungsorgane an. Hochrechnungen ergaben, dass aller Voraussicht nach zukünftig nicht einmal das Bettenangebot nur eines der in Betracht kommenden Krankenhäuser für Tuberkulosepatienten bei der LVA Schleswig-Holstein benötigt würde. Konsequenz dieser Feststellung war eine Vereinbarung zwischen der LVA Schleswig-Holstein und der LVA Freie und Hansestadt Hamburg, nach der die Behandlung pulmonaler Tuberkuloseformen aus den Bereichen beider Landesversicherungsanstalten von dem Krankenhaus Großhansdorf der LVA Freie und Hansestadt Hamburg übernommen und das Krankenhaus Tönsheide in eine Kurklinik zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates und unspezifischer Erkrankungen der Atmungsorgane umgewandelt werden sollte.

Nach großem Einsatz aller Beteiligten fand die im Jahre 1973 begonnene Umstrukturierung des Tuberkulosekrankenhauses Tönsheide zur "Kurklinik Aukrug" am 01.04.1975 insofern ihren Abschluss, als die restlichen im Hause verbliebenen Tuberkulosepatienten entweder entlassen oder in das Krankenhaus Großhansdorf verlegt wurden.

Im Jahre 1985 wurde die Kurklinik Aukrug in "Fachklinik Aukrug" umbenannt.

Alte Postkarte

 Fachklinik Aukrug der Deutschen Rentenversicherung Nord, 24613 Aukrug-Tönsheide, Tel.: (04873) 90 97-0